Starkregen und das Haus am Hang
Ein Haus am Hang bekommt bei heftigem Regen nicht nur das Wasser ab, das auf Dach und Garten fällt. Von oben läuft zusätzlich das Wasser der Nachbargrundstücke und der Straße heran. Wer die Wege des Wassers kennt, kann Keller, Lichtschächte und Abläufe gezielt schützen.

Wohin das Wasser am Hang läuft
Wasser sucht den tiefsten Weg. Auf einer Hangseite folgt es dem Gefälle, bis es auf ein Hindernis trifft, und das ist oft die Hauswand. Besonders kritisch sind Stellen, an denen sich Mulden bilden: der Platz vor dem Garagentor, die Kellertreppe außen, der Winkel zwischen Terrasse und Gebäude. Dort staut sich das Wasser und drückt gegen Türen, Fugen und Schächte.
Fällt eine Zufahrt zum Haus hin ab, fließt dort bei Starkregen ein regelrechter Bach in Richtung Garage. Auch Gartenwege, Pflaster und Rampen leiten Wasser eher zum Haus als davon weg, wenn ihr Gefälle falsch ausgerichtet ist. Ein Blick bei beginnendem Regen zeigt, wohin sich das Wasser wirklich bewegt.
Schwachstellen am Gebäude erkennen
Wasser findet leicht den Weg über Lichtschächte, Kellertüren und Fenster auf Kellerhöhe. Auch Kellerabgänge ohne Überdachung und Abläufe in Hofflächen nehmen große Mengen auf. Sind die Abläufe verlaubt oder zugesetzt, läuft das Wasser über den Rand und sucht sich einen anderen Weg, meist in Richtung Haus.
Vorsorge rund ums Haus am Hang
Wasserwege beobachten Bei Regen von draußen beobachten, wohin das Wasser auf Zufahrt, Terrasse und Garten fließt, und Mulden direkt an der Hauswand markieren.
Abläufe freihalten Hofabläufe, Rinnen und Dachabläufe von Laub und Schlamm befreien, damit Wasser nicht über den Rand gegen die Wand läuft.
Lichtschächte prüfen Abdeckungen, Abläufe und Dichtungen von Lichtschächten kontrollieren, damit dort kein Wasser in Kellerfenster gedrückt wird.
Notverschlüsse bereitlegen Herstellerunterlagen und Notverschlüsse für Rückstauschutz und Hebeanlage bereithalten, damit sie bei Alarm sofort greifbar sind.
Wertvolles hochstellen Kisten, Geräte und Unterlagen im Keller auf Regale oder in höher gelegene Räume bringen, bevor das Wasser steigt.
Fachkraft einbinden Bei wiederholter Nässe an derselben Stelle eine Fachkraft rufen und Leitungen, Abläufe und Anschlüsse prüfen lassen.
Wenn der Kanal zurückdrückt
Starkregen belastet nicht nur die Oberfläche, sondern auch den Kanal. Läuft das Netz voll, kann Abwasser über tief liegende Abläufe in den Keller steigen. Das ist ein anderes Problem als Wasser, das von außen eindringt, und es wird anders behandelt: Hier schützt ein gewarteter Rückstauverschluss; die Sichtkontrolle erklärt Rückstauverschluss im Keller prüfen.
Hängt im Keller zusätzlich eine Hebeanlage, die das Abwasser anhebt, gehört auch sie zur Vorsorge. Piept sie bei Regen, hilft Hebeanlage meldet Alarm. Warten dürfen beide Anlagen nur Fachkundige. Bewohner schauen hin und nutzen allenfalls den Notverschluss, den der Hersteller vorsieht. Zu den Folgen passt Rückstau im Keller.
Wer in einem Haus mit mehreren Etagen wohnt, sollte wissen, welche Abläufe im Keller an welchen Schutz angeschlossen sind. Die Bauunterlagen zeigen das. Wer das vor dem Regen erledigt, handelt im Ernstfall ruhiger und verliert keine Zeit mit Suchen.
Verhalten bei Regen und danach
Tragen Sie Wertvolles aus dem Keller in die oberen Etagen, solange Zeit bleibt, und heben Sie Kisten auf Regalbretter.
Steigt das Wasser, betreten Sie den Raum nicht, wenn es Steckdosen oder Geräte erreicht. Den Strom trennt in diesem Fall nur eine Elektrofachkraft. Halten Sie Abstand zu Kellertreppen, über die Wasser nach unten strömt, denn die Stufen sind glatt.
Fragen zu Starkregen und Keller
- Warum ist mein Keller am Hang gefährdeter?
- Am Hang folgt das Wasser dem Gefälle und trifft auf das Haus, statt im Garten zu versickern. Hinzu kommt, dass Zufahrten, Kellerabgänge und Terrassen oft zur Hauswand hin geneigt sind. So sammelt sich Wasser genau an den Stellen, an denen Türen, Fenster und Schächte liegen. Je tiefer der Zugang, desto größer der Druck.
- Kann ich Sandsäcke selbst vorbereiten?
- Ja, als Hilfe an Türen und Kellerabgängen sind sie sinnvoll, wenn sie rechtzeitig am richtigen Ort liegen. Sandsäcke ersetzen aber keinen Rückstauschutz und halten Wasser aus dem Kanal nicht auf. Sie leiten Wasser um und verzögern es, sodass Sie Zeit gewinnen, aber dichte Abläufe und gewartete Anlagen bleiben die eigentliche Absicherung.
- Was ist, wenn nach dem Regen Feuchtflecken bleiben?
- Feuchtflecken nach Starkregen deuten auf eindringendes Wasser oder auf eine undichte Leitung. Beobachten Sie, ob die Stelle nach einigen trockenen Tagen abtrocknet oder gleich bleibt. Wächst sie weiter, kann eine Leitung betroffen sein. Zur Unterscheidung hilft Feuchte Wand durch Leitung oder Wetter.