Unter der Spüle tropft es
Sie öffnen den Unterschrank und der Boden ist nass, die Rückwand wellt sich schon. Meist steckt eine kleine Undichtigkeit dahinter, die sich mit etwas Geduld eingrenzen lässt. Entscheidend ist, die Stelle trocken zu legen und zu beobachten, woher die Tropfen wirklich kommen.

Erst trocken legen, dann hinschauen
Räumen Sie den Schrank leer und wischen Sie Boden und Rückwand trocken. Legen Sie ein Stück Küchenpapier unter die Rohre und die Anschlüsse. Nach einigen Minuten zeigen feuchte Stellen im Papier, wo es herkommt. Das ist wirksamer, als im Dunkeln mit der Hand zu tasten, weil sich Wasser an Rohren entlangzieht und an einer ganz anderen Stelle tropft.
Siphon und Ablaufrohr als Tropfstelle
Der Siphon ist das gebogene Rohrstück unter dem Becken. Er sammelt Wasser, damit keine Gerüche aus der Kanalisation aufsteigen. Mit den Jahren werden die Dichtungen hart, die Überwurfmuttern lockern sich und es tropft an den Verbindungen. Mit einem Eimer darunter prüfen Sie von Hand, ob die Muttern locker sitzen. Ziehen Sie sie nur leicht nach.
Sitzt der Siphon verschmutzt, kann das Wasser auch zurückstauen und über die Fugen austreten. Dann ist ein Blick in den Abfluss selbst sinnvoll. Wie Fett- und Speisereste den Ablauf verengen, zeigt Fett im Küchenabfluss. Zerbrochene Kunststoffteile oder ein gerissener Ablaufschlauch müssen dagegen ersetzt werden.
Auch Spülmaschine oder Waschmaschine hängen oft am selben Siphon. Ein loser Schlauch oder eine falsch sitzende Schelle am Anschlussstutzen lässt Wasser genau an dieser Stelle austreten, ohne dass das Becken selbst etwas damit zu tun hat. Lassen Sie das Gerät probeweise laufen und beobachten Sie dabei die Anschlüsse, bevor Sie Teile tauschen.
Tropfstelle eingrenzen
Schrank leer räumen Alles herausnehmen, Boden und Rückwand trocknen und Küchenpapier unter die Rohre legen, damit feuchte Stellen sichtbar werden.
Eimer unterstellen Ein Gefäß unter den Siphon stellen, bevor Sie etwas anfassen oder Wasser laufen lassen.
Überwurfmuttern prüfen Von Hand fühlen, ob Verbindungen locker sitzen, und nur leicht nachziehen, nie mit Zange und Kraft.
Schläuche ansehen Zulaufschläuche auf Risse, Aufquellen oder feuchte Enden kontrollieren und bei Mängeln ersetzen lassen.
Eckventil schließen Zeigt sich die Armatur als Quelle, das Eckventil schließen und beobachten, ob der Tropfen versiegt.
Wenn der Zulauf feucht ist
Zwei kleine Schläuche führen vom Eckventil zur Armatur. Dort tropft es, wenn die Gummidichtung porös ist, der Schlauch gealtert ist oder die Verschraubung nicht richtig sitzt. Fassen Sie die Schläuche vorsichtig mit trockener Hand an und achten Sie auf feuchte Stellen an den Enden. Ein Schlauch mit Rissen oder aufgequollener Ummantelung gehört ausgetauscht.
Grenze zum Klempner
Ein leichtes Nachziehen von Hand und der Austausch einer sichtbar verschlissenen Dichtung sind erlaubt, wenn sie ohne Gewalt gelingen. Tropft es danach weiter, läuft das Wasser aus der Wand oder sehen Sie Schimmel, rufen Sie einen Installateur. Auch bei einem Eckventil, das sich nicht schließen lässt, ist Schluss mit Eigenversuchen.
Ist der Unterschrank bereits aufgequollen oder steht Wasser auf dem Küchenboden, schließen Sie das Hauptabsperrventil. Dann lassen sich Zu- und Ablauf in Ruhe prüfen. Zur undichten Armatur passt Armatur undicht.
Fragen zur tropfenden Spüle
- Woher weiß ich, ob Zulauf oder Ablauf tropft?
- Wischen Sie alles trocken und beobachten Sie. Tropft es nur, wenn Wasser abläuft, sind Siphon oder Abflussrohr die Ursache. Tropft es auch bei ruhendem Wasser, steht die Zuleitung unter Druck und der Schaden liegt an Schlauch, Armatur oder Eckventil. Küchenpapier unter den Rohren zeigt die Stelle meist deutlich.
- Kann ich den Siphon selbst abschrauben?
- Das geht bei den meisten Kunststoffsiphons von Hand, sofern Sie einen Eimer unterstellen. Achten Sie auf die Dichtungsringe und setzen Sie sie in derselben Lage wieder ein. Sitzt der Siphon festgebacken oder bricht dabei etwas, lassen Sie ihn lieber ersetzen. Zu fest angezogene Muttern schaden den Gewinden mehr, als sie nützen.
- Wann reicht Eigenhilfe nicht mehr aus?
- Sobald Wasser unkontrolliert läuft, das Eckventil nicht schließt oder der Schrank durchfeuchtet ist. Dann zuerst am Hausanschluss absperren und die Schäden fotografieren. Die Soforthilfe zeigt die nächsten Schritte. Ein langsames Tröpfeln lässt sich auch in Ruhe beheben.